Europäisches Parlament setzt wichtiges Signal für heimischen Sojaanbau
Straßburg, 08.07.2026 – Das Europäische Parlament hat heute Einspruch gegen die von der EU-Kommission geplante Einstufung von Soja als Rohstoff mit hohem Risiko indirekter Landnutzungsänderungen (high ILUC) eingelegt. Die Europaabgeordnete Christine Singer (FREIE WÄHLER) begrüßt die Entscheidung.
„Europa muss unabhängiger bei Eiweißfuttermitteln werden. Wer einerseits einen europäischen Proteinplan ankündigt und andererseits den heimischen Sojaanbau wirtschaftlich schwächt, obwohl dieser noch ein zartes, aber hoffnungsvolles Pflänzchen ist, verfolgt widersprüchliche Ziele. Das Parlament hat heute ein wichtiges Signal für mehr Kohärenz gesetzt“, erklärt Singer.
Die geplante Einstufung hätte dazu geführt, dass Sojaöl schrittweise nicht mehr auf die EU-Ziele für erneuerbare Energien angerechnet würde. Bei der Verarbeitung von Sojabohnen entstehen sowohl Sojaschrot für die Tierhaltung als auch Sojaöl, das unter anderem für Biokraftstoffe genutzt wird. Fällt dieser Absatzmarkt weg, wird das die Wirtschaftlichkeit der europäischen Sojaverarbeitung und die Versorgung mit heimischem Eiweißfutter beeinträchtigen.
Bereits im März hatte Singer die Europäische Kommission in einer schriftlichen Anfrage auf diesen Widerspruch hingewiesen und gefragt, wie die Einstufung von Soja mit den Zielen des angekündigten EU-Proteinplans vereinbar sei.
„Klimaschutz und Versorgungssicherheit müssen zusammen gedacht werden. Europa braucht wissenschaftlich fundierte Entscheidungen, die regionale Wertschöpfung stärken und neue Abhängigkeiten vermeiden. Deshalb ist die heutige Entscheidung des Parlaments richtig.“
Die Resolution fordert die Europäische Kommission auf, einen überarbeiteten Vorschlag vorzulegen und die wissenschaftliche Methodik zur Bewertung des ILUC-Risikos von Soja erneut zu überprüfen. Den vorgesehenen Ausstieg aus palmölbasierten Biokraftstoffen stellt sie hingegen nicht infrage.

