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Christine Singer – Ihre Abgeordnete für Europa

Pressemitteilung

EU-Proteinplan: Heimisches Eiweiß braucht Marktchancen und Wahlfreiheit

7. Juli 20268. Juli 2026

Christine Singer MdEP: „Europa muss unabhängiger werden. Wer Versorgungssicherheit will, muss auch bei Eiweißfuttermitteln hinschauen.“

Straßburg, 7.7.2026 Die Europäische Kommission hat heute gemeinsam mit der neuen EU-Nutztierhaltungsstrategie einen europäischen Proteinplan vorgestellt. Ziel ist es, die Abhängigkeit der Europäischen Union bei Proteinimporten zu verringern, heimische Eiweißpflanzen zu stärken und regionale Wertschöpfungsketten auszubauen.

Christine Singer, Europaabgeordnete der FREIEN WÄHLER und Mitglied im Agrarausschuss des Europäischen Parlaments, begrüßt den Ansatz, fordert aber eine konsequente Ausrichtung an Praxis, Markt und Wahlfreiheit.

„Europa muss unabhängiger werden. Wer über Versorgungssicherheit spricht, muss auch bei Eiweißfuttermitteln hinschauen. Mehr heimische Eiweißpflanzen, gesunde Fruchtfolgen, regionale Verarbeitung sowie die bessere Einbindung von Grünland und regional erzeugtem Futter können einen wichtigen Beitrag leisten. Das schafft Chancen für unsere bäuerlichen Betriebe und sorgt für mehr regionale Wertschöpfung.“

Entscheidend sei, dass der Proteinplan nicht bei Zielmarken, Monitoring und Dialogformaten stehen bleibe. Heimisches Eiweiß könne nur wachsen, wenn der Anbau wirtschaftlich tragfähig sei.

„Ohne Preis, ohne Verarbeitung, ohne Absatz bleibt der Proteinplan ein geduldiges Stück Papier. Wer mehr Erbsen, Bohnen, Lupinen, Soja, Kleegras oder Raps aus Europa will, muss dafür sorgen, dass Betriebe damit auch Geld verdienen können.“

Pauschale Vorgaben für Anbauflächen, Fruchtfolgen oder Fütterung lehnt Singer ab. Was sinnvoll sei, entscheide sich am Standort, am Betrieb, am Markt und an der Verwertung. Förderung durch Anreize ja, starre Vorgaben nein.

„Wahlfreiheit gilt auch für unsere landwirtschaftlichen Betriebe. Die Politik muss Rahmenbedingungen verbessern, nicht vom Schreibtisch aus Fruchtfolgen festlegen.“

Eine europäische Proteinstrategie müsse außerdem Tierhaltung, Grünland, Nebenprodukte, Bioenergie und regionale Kreisläufe zusammendenken. Wiederkäuer können Grünland für die menschliche Ernährung nutzbar machen, Schweine und Geflügel Nebenprodukte und Reststoffe verwerten.

„Tierhaltung ist nicht der Gegenpol einer Proteinstrategie, sondern Teil funktionierender Kreisläufe. Wer heimisches Eiweiß stärken will, muss regionale Verwertung, Futtergrundlagen und Tierhaltung gemeinsam denken.“

Auch die Nachfrage nach heimischen Eiweißpflanzen könne gestärkt werden, etwa über öffentliche Beschaffung, Kantinen, Schulprogramme oder Absatzförderung. Für Singer gilt dabei jedoch eine klare Grenze: Förderung ja, Bevormundung nein.

„Mehr heimisches Eiweiß darf nicht heißen, den Menschen vorzuschreiben, was sie essen sollen. Wahlfreiheit gilt auch auf dem Teller. Öffentliche Beschaffung kann regionale Absatzmärkte stärken. Entscheidend bleibt: Qualität aus Europa fördern, ohne den Menschen vorzuschreiben, was auf den Teller kommt.“

Singer fordert deshalb, den Proteinplan stärker im Sinne von „Eat European“ weiterzudenken.

„‚Eat European‘ heißt für mich: europäische Qualität, regionale Erzeugung, kurze Lieferketten und faire Marktchancen stärken. Menschen sollen europäischen Lebensmitteln gerne den Vorzug geben können. Dafür muss Europa heimische Erzeugung nicht nur politisch wollen, sondern auch wirtschaftlich möglich machen.“

Bei der Verarbeitung von Ölsaaten und anderen Kulturen entstehen wertvolle Co-Produkte für Futter, Lebensmittel und Bioenergie. Wer heimische Eiweißversorgung stärken wolle, müsse diese Kreisläufe nutzen.

Mehr heimisches Eiweiß brauche zudem faire Wettbewerbsbedingungen. Europäische Betriebe dürften nicht durch billigere Importware unter Druck geraten, die unter anderen Standards erzeugt werde.

Abschließend betont Singer:

„Ein europäischer Proteinplan kann ein wichtiger Baustein für mehr Versorgungssicherheit sein. Er darf aber nicht zur nächsten Bürokratiebaustelle werden. Für die FREIEN WÄHLER steht fest: heimisches Eiweiß stärken, regionale Kreisläufe ausbauen, Wahlfreiheit sichern und Landwirten echte Marktchancen eröffnen.“

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Kontakt:

Christine Singer
E-Mail: christine.singer@europarl.europa.eu

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