UN-Jahr der Landwirtin 2026:
Europäisches Parlament setzt Zeichen für Frauen im ländlichen Raum
Singer fordert konkrete Verbesserungen in der Landwirtschaft
Das Europäische Parlament hat heute mit großer Mehrheit den Bericht „Frauen im Unternehmertum in ländlichen Gebieten, Inselregionen und Regionen in äußerster Randlage“ verabschiedet. Christine Singer, Europaabgeordnete der FREIEN WÄHLER und Schattenberichterstatterin für die Stellungnahme des Agrarausschusses (AGRI), begrüßt die Stoßrichtung des Berichts.
„Ohne die Arbeit von Frauen gäbe es auf unseren Höfen, in den Dörfern und in den Familienbetrieben nicht das wirtschaftliche, soziale und kulturelle Leben, wie wir es kennen und schätzen. Frauen tragen einen wesentlichen Teil der Verantwortung für unsere ländlichen Strukturen – oft still und im Hintergrund“, betont Singer.
Mit Blick auf das von den Vereinten Nationen ausgerufene Jahr der Landwirtin 2026 unterstreicht Singer die besondere Bedeutung des Themas: „Das UN-Jahr der Landwirtin macht sichtbar, was in der Praxis längst Realität ist: Frauen sind eine tragende Säule der Landwirtschaft. Diese Anerkennung muss sich jetzt auch in besseren Rahmenbedingungen niederschlagen.“
Der Bericht greift zentrale Herausforderungen auf: deutlich schlechterer Zugang zu beim Zugang zu Land und damit auch zu Finanzierung, teilweise unzureichende Infrastruktur und strukturelle Benachteiligungen. Aus Sicht Singers muss jedoch die Realität der Frauen in der Landwirtschaft noch stärker berücksichtigt werden.
„Viele Frauen arbeiten jahrzehntelang auf den Betrieben mit, übernehmen Verantwortung und sind dennoch oft weder ausreichend sichtbar noch eigenständig abgesichert. Genau hier müssen wir ansetzen“, so Singer.
Im Agrarausschuss hat sie sich daher mit gezielten Änderungsanträgen dafür eingesetzt, die Situation von Frauen in der Landwirtschaft konkreter abzubilden und politisch zu adressieren. Im Mittelpunkt stehen dabei eine bessere soziale Absicherung, mehr Unterstützung bei der Hofnachfolge sowie ein gleichberechtigter Zugang zu Eigentum und Finanzierung. „Es muss selbstverständlich werden, dass landwirtschaftliche Betriebe ebenso an Töchter wie an Söhne übergeben werden“, so Singer.
Darüber hinaus sieht Singer weiteren Handlungsbedarf bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, beim Ausbau von Bildungs- und Mentoringangeboten sowie bei der Stärkung der Rolle von Frauen in Entscheidungsstrukturen.
„Wir brauchen eine Politik, die den Lebensrealitäten von Frauen im ländlichen Raum gerecht wird: mit konkreten Angeboten, flexiblen Förderinstrumenten und besseren Rahmenbedingungen vor Ort“, betont Singer.
Singer begrüßt zudem das Mentoringprogramm der Landwirtschaftlichen Sozialversicherung für Frauen in der Grünen Branche als praxisnahen Ansatz, der auch in anderen Mitgliedstaaten Vorbild sein kann.
Für sie steht fest: „Die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen ist kein Nebenschauplatz. Sie ist eine zentrale Voraussetzung für lebendige Regionen und eine zukunftsfähige Landwirtschaft.“

