Tierhaltung sichern, Versorgung stärken: Singer fordert klare europäische Strategie
Das Europäische Parlament stimmt am heutigen Donnerstag über einen Bericht zur Zukunft der Tierhaltung in Europa ab. Für Christine Singer, Mitglied des Europäischen Parlaments (FREIE WÄHLER), steht fest: „Die Tierhaltung ist ein zentraler Baustein für unsere Versorgung mit Lebensmitteln, eine funktionierende Kreislaufwirtschaft, für regionale Wertschöpfung und für lebendige ländliche Räume.“
Der Bericht setzt aus Sicht Singers klare Schwerpunkte, insbesondere bei Versorgungssicherheit, Tiergesundheit und fairen Wettbewerbsbedingungen. Dabei geht es auch um die Frage, wie widerstandsfähig die europäische Landwirtschaft künftig aufgestellt ist. „Eine stärkere heimische Eiweißproduktion ist wichtig, um unsere Landwirtschaft krisenfester aufzustellen.“
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Tiergesundheit und dem Umgang mit Tierseuchen. Singer begrüßt die vorgeschlagenen Maßnahmen: „Wir müssen weg von reiner Krisenbewältigung hin zu echter Prävention. Früherkennung, schnellere Diagnostik, mehr Forschung und ein breiterer Zugang zu Impfstoffen sind der richtige Weg.“ Ziel muss eine bessere Koordination auf EU-Ebene sein, von der Forschung über die Beschaffung bis hin zur Vorratshaltung von Impfstoffen. „Wenn Krankheiten ausbrechen, zählt jede Stunde. Hier braucht es funktionierende europäische Strukturen und ein EU-weites Frühwarn- und Reaktionssystem.“
Besonders wichtig ist Singer die im Bericht geforderte verpflichtende Herkunftskennzeichnung für alle fleischhaltigen Produkte: „Verbraucherinnen und Verbraucher haben ein Recht zu wissen, woher ein Produkt kommt. Das schafft Transparenz und stärkt das Vertrauen.“ Zugleich sieht sie darin einen entscheidenden Schritt für faire Wettbewerbsbedingungen: „Wenn Herkunft klar gekennzeichnet werden muss, gilt das auch für Produkte aus Drittländern. Das ist ein wichtiger Beitrag für mehr Ehrlichkeit im Supermarktregal.“
Auch die im Bericht geforderten Spiegelklauseln bewertet Singer als entscheidend für die Zukunft der europäischen Landwirtschaft: „Unsere Landwirte leisten viel für Tierwohl, Klima und Umwelt. Produkte aus Drittstaaten müssen diesen Standards gerecht werden. Nur so sichern wir fairen Wettbewerb. Das ist auch eine Frage der Glaubwürdigkeit europäischer Politik.“
Der Bericht hebt zudem die Bedeutung regionaler Strukturen hervor. Dazu gehören lokale Schlachtstätten, Verarbeitung und Futtermittelproduktion ebenso wie die gezielte Unterstützung benachteiligter Regionen. „Gerade in Berggebieten und strukturschwachen Regionen ist die Tierhaltung oft das Rückgrat der Wirtschaft. Wer diese Betriebe stärkt, stärkt ganze Regionen. Dazu gehört auch eine funktionierende Schlachthofstruktur mit kurzen Transportwegen und regionalen Strukturen.“
Singer sieht im Bericht einen deutlichen politischen Auftrag an die Europäische Kommission: „Jetzt kommt es darauf an, die Vorschläge konsequent umzusetzen. Wir brauchen eine klare europäische Strategie für die Tierhaltung – mit verlässlichen Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und echten Perspektiven für die nächste Generation.“
„Tierhaltung ist nicht das Problem, sondern Teil der Lösung: für Biodiversität, Kreislaufwirtschaft und Ernährungssicherheit. Wenn wir sie stärken, stärken wir auch unsere ländlichen Regionen.“

